SC DHfK feiert 55. Geburtstag mit Sport-Gala in der Grube-Halle / Vereins-Asse von Täve Schur bis Christian Gille auf der Bühne
LVZ 21.09.2009
Ohne das Männer-Doppelquartett wäre es nur halb so schön gewesen. Passend zum Vereins-Geburtstag schmetterten die Oldies zur Einstimmung am sonnigen Samstagnachmittag den Klassiker „Heut‘ ist ein wunderschöner Tag“. Leichtathlet Wolfgang Viertler, 76, und Chef der vitalen Gesangstruppe, kennt den Anfang, erlebte 55 Jahre SC DHfK: „Bewegte und erfolgreiche Zeiten.“
Der Rhythmus wurde beibehalten. Um Mitternacht tönten Happy-Birthday-Gesänge durch die Grube-Halle gleich im Doppelpack. Denn am 20. September feiert nicht nur der mitgliederstärkste Verein Sachsens (5000) Geburtstag, sondern auch Kanu-Erfolgstrainer Kay Vesely (34). Es regnete Luftballons, es gab lecker Küsschen und Torte. Ein baffer Coach Vesely, dessen Schützlinge Tina Dietze und Robert Nuck (meldete sich zur Fete krank) erst kürzlich Weltmeistertitel holten, schwelgte noch in Urlaubsstimmung. Doch unerbittlich drängt der Trainings-Alltag – von nichts wird kein Champion. „Langsam heißt es wieder anzufangen.“
Als Club-Präsident Karsten Dornick (45) und seine smarten Vorständler auf der Bühne die 800 Gäste mit warmen Worten empfingen, lagen heiße Stunden hinter dem Aufbaustab. Bis in die Sonnabend-Morgenstunden hinein hatten junge und ältere Mitstreiter geackert. Vom Auslegen des roten Teppichs bis hin zum Einsatz „Mach mal aus einer Sporthalle einen Galasaal“ musste alles auf die Reihe gebracht werden. Die Akustik, naja. „Ein Kraftakt, der sich gelohnt hat“, lobte der Chef. So ein Aufriss für ein nicht wirklich rundes Jubiläum warf Fragen auf.
Es sei der Wunsch aller gewesen, die das 50. Bestehen des SC DHfK mitfeierten, Storys von einst erzählten, stolz auf aktuelle Erfolge verwiesen, aber auch Kritisches anmerkten – ein großer Treff im Fünf-Jahre-Rhythmus sei willkommen. Weil Wiedersehen immer noch Freu(n)de macht. Und: Die Alten werden nicht jünger. Etwa Turn-Trainer Rudi Schumacher (101), der von zu Hause Grüße ausrichten ließ.
116 olympische Medaillen sammelte die Leipziger DHfK-Mannschaft. Dazu 321 WM- und 171 EM-Titel.
Meistergrüße: HCL-Manager Kay- Sven Hähner (r.) gratuliert Karsten Dornick
Ehrenmitglied Christian Gille (l.) und Geburtstagskind Kay Vesely
Im Weltmaßstab wohl einmalig. Zwei Gold-Männer erhielten die Ehrenmitgliedschaft. Kajakfahrer Dieter Krause, 1960 erster Olympiasieger für den Verein, und Canadier Christian Gille, der 2004 in Athen für Furore sorgte und vier Jahre später Silber und Bronze nachlegte. „Gilli“ durfte zur Feier des Tages ein Extra-Geschenk auspacken. Ein kleines Feuerwehrauto, symbolisch für den potenziellen Brandmeister. Die Prüfungen stehen vor der Tür. „Ich fühle mich wie ein kleiner Schuljunge. Ich denke aber, alles wird gut.“ Auch Chronik-„Weltmeister“ Günther Merkel und Wasserspringerin Heike Fischer wurden in den Vereins-Olymp aufgenommen.
Nette Worte überall. Sportfakultäts-Dekan Jürgen Krug begrüßte als Hausherr zahlreich ehemalige Kommilitonen, Staatssekretär Hans-Jörg König beglückwünschte den Verein für seine erfolgreiche Arbeit sowohl im Spitzen- als auch Breitensport und Sportbürgermeister Heiko Rosenthal brachte die neuen Hallen-Projekte der Stadt ins Spiel, angesichts bekannter Probleme in Größenordnungen wohlwollend vom Auditorium aufgenommen. Nette Worte überall. Sportfakultäts-Dekan Jürgen Krug begrüßte als Hausherr zahlreich ehemalige Kommilitonen, Staatssekretär Hans-Jörg König beglückwünschte den Verein für seine erfolgreiche Arbeit sowohl im Spitzen- als auch Breitensport und Sportbürgermeister Heiko Rosenthal brachte die neuen Hallen-Projekte der Stadt ins Spiel,
Impressionen der Festveranstaltung Fotos: Holger Geißler/Förderkreis
angesichts bekannter Probleme in Größenordnungen wohlwollend vom Auditorium aufgenommen. Gut unterhalten fühlten sich Sponsor Lutz Seidel, Verkaufsleiter Freiberger und Mitglied der Handballabteilung, ebenso wie der frühere Landessportbund-Präsident Hermann Winkler. Der Tennisspieler („Bin mit den Aktiven Herren vom SV Grimma in die Bezirksklasse aufgestiegen“) plauderte über Sport und die Welt. Auch darüber, dass seit 1. August in seinem Leipziger Europaabgeordneten-Büro mit Jennifer Thomas eine Unihockey-Nationalspielerin arbeitet. „Eine verlässliche Kämpferin“, wie Winkler betonte.
Nachdem Moderator Roman Knoblauch den Goldfisch Kristin Otto am Telefon interviewt hatte (verhindert durch ihren Fernseh-Job), kam in der Grube-Halle mit der olympischen Zeitreise das Beste auf die Bühne. Präsentiert vom Förderverein grüßten die DHfK-Asse in Original-Kleidung und mit historischem Zubehör vom Laufsteg der Erfolge. Vornweg marschierten junge Athleten wie die Rad-Talente Jonas und Lukas Pflug. So viele Geschichten, so viel Geschichte, die Klaus Köste und Cornelia Linse dem Publikum zu Gehör brachten. Der meiste Beifall? Rhythmisches Klatschen beim Puhdys-Hit „Alt wie ein Baum“ für Gustav-Adolf „Täve“ Schur. Eine Legende, 78 Jahre und kein bisschen leise. Kerstin Förster